Glossar

GDI-DE

Die Geodateninfrastruktur in Deutschland (GDI-DE) ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Mit dem Aufbau der GDI-DE soll eine länder- und ressortübergreifende Vernetzung von...

Geodäsie

Das Wort "Geodäsie" setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern für "Erde" und "teilen" und bedeutet somit wörtlich Landaufteilung. Heute umfasst Geodäsie vor allem die Bestimmung von...

Geodaten

Unter Geodaten versteht man Informationen, die eine Zuordnung zu einer räumlichen Lage besitzen (Georeferenz). Dabei kann die Lagedefinition durch direkten Raumbezug in Form von Koordinaten, oder ...

Geodateninfrastruktur

Geodateninfrastruktur ist eine Infrastruktur bestehend aus Geodaten, Metadaten und Geodatendiensten, Netzdiensten und -technologien, Vereinbarungen über gemeinsame Nutzung, über Zugang und Verwendung...

INSPIRE

INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in Europe) ist eine Richtlinie der europäischen Kommission mit dem Ziel, eine europäische Geodateninfrastruktur mit integrierten raumbezogenen...

Kartographie

Die Kartographie beschäftigt sich mit der anschaulichen Darstellung der Erdoberfläche. Die Geodaten, die der Kartographie zugrunde liegen, stammen sowohl von direkten Vermessungen vor Ort als auch von...

Netzwerk

Ein Netzwerk bezeichnet üblicherweise einen Rechnerverbund, in dem Daten ausgetauscht werden. Besondere Netzwerke sind in diesem Sinne LANs, die Hardware- und Softwaresysteme gemeinsam nutzen und das...

Raumbezug

Jede Position auf der Erde lässt sich durch ihre Koordinaten eindeutig definieren. Auch Geoinformationen und Geodaten besitzen Raumbezug, da sie eindeutig einer Position auf der Erdoberfläche zuordbar...

16.05.2017 - INSPIRE –Erfahrungsaustausch

Die Mitglieder des Lenkungsgremiums Geodateninfrastruktur Deutschland (LG GDI-DE) trafen sich zum Auftakt ihrer diesjährigen Frühjahrstagung unter Vorsitz des Landes Brandenburg am 16. Mai 2017 mit Herrn Joachim D’Eugenio, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, zu einem Erfahrungsaustausch in Potsdam. Im Rahmen dieses informellen Austauschs erfolgte eine Erörterung der Perspektiven der europäischen Geodateninfrastruktur, deren Aufbau auf die europäische Richtlinie INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in the European Community) zurückzuführen ist.

Nach der Begrüßung der anwesenden Gäste durch die Staatssekretärin des Ministeriums des Innern und für Kommunales, Frau Katrin Lange, zog Herr D‘Eugenio eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie aus Sicht der EU-Kommission (Präsentation). Im Anschluss stellte Herr Nicolas Hagemann aus der im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie verorteten Koordinierungsstelle GDI-DE die föderalen Maßnahmen zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie vor (Präsentation). Sodann wurde die Umsetzung der Richtlinie im Land Brandenburg durch Herrn Thomas Rauch, den für die Koordinierung der INSPIRE-Umsetzung im Land zuständigen Fachbereichsleiter der LGB, präsentiert (Präsentation). Ausgehend von diesen Vorträgen erfolgte der Erfahrungsaustausch.

Der Austausch hat verdeutlicht, dass die Kommission selbstverständlich an den Umsetzungsbestim-mungen festhält, jedoch nicht jeden Punkt regeln möchte. Die INSPIRE-Richtlinie soll für die EU und ihre Mitgliedstaaten praktische  Mehrwerte schaffen. Insbesondere sollen auch die Möglichkeiten der Digitalisierung für ein verbessertes Berichtswesens genutzt werden. „Die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie ist kein Selbstzweck,“ betont der Vorsitzende des Lenkungsgremiums GDI-DE, Herr Lothar Sattler. „Man sei sich einig, dass sich deren hoher Wert am Nutzen bemesse, es also auf die praktische Mehrwerte und auf die aus den INSPIRE-Datensätzen zu generierenden Anwendungen ankomme. Dies erfordere einen langen Atem, da bereits die Umsetzung der Richtlinie langfristig angelegt sei.“

Hintergrund:
Die Geodateninfrastruktur ist das Netzwerk zum Austausch von Geodaten – also Daten mit Raumbezug. Das soll vor allem durch gemeinsame Technologien auf der Basis von Standards und gemeinsame Regeln bei der Bereitstellung von Geodaten erreicht werden. Die GDI-DE ist Teil der europäischen Geodateninfrastruktur, die über die EU-Richtlinie INSPIRE umgesetzt wird. Mit INSPIRE soll eine europäische Geodateninfrastruktur aufgebaut werden. Laut der Richtlinie sind alle EU-Staaten seit dem 15. Mai 2007 verpflichtet, Geodaten in vielfältigen Themenbereichen - von Adressen, und Verwaltungseinheiten bis zu Gesundheits- und Umweltdaten - stufenweise einheitlich über Online-Dienste bereit zu stellen. Die technische Umsetzung der Richtlinie ist auf einen langjährigen Prozess ausgelegt, der 2021 abgeschlossen sein soll.

Nachfolgend einige Impressionen aus der Veranstaltung:

Lenkungsgremium Geodateninfrastruktur-Deutschland (LG GDI-DE)

v.r.: Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg Katrin Lange, Vorsitzender des LG GDI-DE Lothar Sattler, stv. Abteilungsleiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission Joachim D’Eugenio, stv. Vorsitzender des LG GDI-DE Rolf-Werner Welzel

v.l.: Stv. Abteilungsleiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission Joachim D’Eugenio, Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg Katrin Lange, Vorsitzender des LG GDI-DE Lothar Sattler

Stv. Abteilungsleiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission Joachim D’Eugenio

Vertreter der Koordinierungsstelle GDI-DE Nicolas Hagemann

Fachbereichsleiter im Landesbetrieb „Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg“ (LGB) Thomas Rauch