Glossar

GDI-DE

Die Geodateninfrastruktur in Deutschland (GDI-DE) ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen. Mit dem Aufbau der GDI-DE soll eine länder- und ressortübergreifende Vernetzung von...

Geodaten

Unter Geodaten versteht man Informationen, die eine Zuordnung zu einer räumlichen Lage besitzen (Georeferenz). Dabei kann die Lagedefinition durch direkten Raumbezug in Form von Koordinaten, oder ...

Geodateninfrastruktur

Geodateninfrastruktur ist eine Infrastruktur bestehend aus Geodaten, Metadaten und Geodatendiensten, Netzdiensten und -technologien, Vereinbarungen über gemeinsame Nutzung, über Zugang und Verwendung...

ISO

Die Internationale Normungsorganisation (ISO, International Organization for Standardization) erarbeitet international verbindliche Normungen. Dazu gehören technische, klassifikatorische und...

Normen

Eine Norm wird von einer Normierungsorganisation festgelegt (zum Beispiel der DIN, der CEN oder der ISO) und gibt eine Spezifikation oder Verfahren vor, das zur allgemeinen Anwendung empfohlen wird....

OGC

Das Open Geospatial Consortium (OGC) ist eine Organisation, deren Ziel die Entwicklung offener Standards im Geoinformationswesen ist. Bis 2004 hieß die Organisation Open GIS Consortium.

Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung (auch Administration genannt) dient dem Vollzug von Vorschriften und ist ein unerlässlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Grundsätze und Ziele

© Claudia35 / PIXELIO

Der gemeinsame Aufbau der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg dient dem Ziel, die Nutzung von Geodaten zu fördern. Hierzu sind rechtliche Rahmenbedingungen, technische Architekturen, Transparenz über Geoinformation und organisatorische Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

Dafür wird in der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg nach folgenden Maximen gehandelt:

  1. Subsidiaritätsprinzip
    Die Infrastruktur wird gemeinsam gestaltet. Die Geodateninfrastruktur muss für Nutzer und Anbieter vorteilhaft sein. Nur soweit notwendig werden abgestimmte zentrale Strukturkomponenten geschaffen.

    Die Zuständigkeit für Aufbau und Pflege und Vertrieb von Datenbeständen liegt bei den jeweiligen Fachverantwortlichen. Die Geodateninfrastruktur soll die abgeleiteten Fachverfahren bei der Nutzung von Geodaten wirkungsvoll unterstützen. Dazu ist der Einsatz von Geoinformationstechnologie in der Verwaltung durch geeignete Maßnahmen wie Schulungen, Informationsaustausch, Landeslizenzen, Unterstützungswerkzeuge usw. zu fördern.

  2. Standards & Schnittstellen
    Die Geodateninfrastruktur wird unter Nutzung des Vorhandenen schrittweise und abgestimmt aufgebaut. Grundlage für die Entwicklung sind Standards für Schnittstellen und Inhalte sowie abgestimmte Vorgehensweisen. Bei den Abstimmungen geht es besonders um die Vermeidung von Doppelarbeiten und das Nutzen von Synergien.

    In der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg werden Normen und Standards der ISO, des W3C, des OGC, von GDI-DE und der GDI-Berlin/Brandenburg berücksichtigt. Festlegungen über die Anwendungen der Standards (Profile genannt) bzw. Weiterentwicklungen werden innerhalb der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg abgestimmt. Erweiterungen werden in die zuständigen Standardisierungsgremien eingebracht.

  3. Entwicklung
    Grundsätzlich sollen die Ergebnisse der konzeptionellen und softwaretechnischen Entwicklungen innerhalb der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg allen an der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg beteiligten öffentlich-rechtlichen Stellen zur entgeltfreien Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. Dadurch sollen Synergieeffekte erreicht werden.

    Über geplante Entwicklungen wird innerhalb der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg vorab informiert, so dass potenzielle Nachnutzer von Geodaten, Geodiensten und Anwendungen sowie Konzepten, die notwendigen Informationen für eigene Entscheidungen bekommen. Bei den Entwicklungen sollen im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten auch die Anforderungen der Nachnutzer berücksichtigt werden.

  4. Verfügbarkeit
    Die Geodatenbestände der Verwaltungen sollen - soweit rechtlich zulässig und für den Dienstgebrauch notwendig - innerhalb der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg über Dienste frei zur Verfügung gestellt werden. Die Geodaten, Geoservices und Geoanwendungen werden in einem gemeinsamen Katalog (GeoMIS) bekannt gemacht. Über diesen Katalog-Dienst wird auch ein Zugriff auf die Daten, Services und Anwendungen ermöglicht. Legenden, Terminologien und Konditionen der Datenabgabe werden abgestimmt. Eine ausschließliche Vermarktung der Geodaten, Geoservices und Geoanwendungen außerhalb der Geodateninfrastruktur ist zukünftig nicht zulässig. Sie sind der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg zugänglich zu machen.

    Die Angebote der Geodateninfrastruktur sollen sich in die in den beiden Ländern bestehenden kommunalen bzw. Landesinformationssysteme einfügen. Der Zugang zur Geodateninfrastruktur soll über die gemeinsame Domain berlin-brandenburg.de möglich sein.

    Die Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg berücksichtigt die Belange der Wissenschaft, Lehre und Forschung.

    Alle an der Geodateninfrastruktur Berlin/Brandenburg Beteiligten tragen dazu bei, dass die getroffenen Festlegungen einheitlich und umfassend eingehalten werden.