Architektur

Das Grundmodell einer GDI

Die Geodateninfrastruktur Brandenburg (vergleich § 3 Absatz 6 BbgGDIG) setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Geodaten
    Digitale Informationen, die einen räumlichen Bezug haben. Sie unterschieden sich nach Geobasisdaten des amtlichen Vermessungswesens und den Geofachdaten anderer Fachbereiche.
  • Geodienste
    Webdienste, die Geodaten über Schnittstellen in strukturierter Form zugänglich machen.
  • Metadaten
    Informationen, die Geodaten und Geodatendienste strukturiert beschreiben.
  • Netzwerke
    Intranet und Internet, einschließlich der Netztechnologien.

Zu den weiteren Rahmendbedingungen gehören:

  • Einschlägige Rechtsnormen
    Vorschriften, die den rechtlichen Rahmen bestimmen.
  • Regelungen über Zugang und Nutzung
    Vereinbarungen zwischen Bereitsteller und Nutzer bezüglich der Verwendung von Daten und Diensten (z. B. Lizenzen).
  • Koordinierungs- und Überwachungsmechanismen
    Organisatorischer Rahmen zur Einhaltung der Rechtsnormen mit dem Ziel, eine einheitliche Geodateninfrastruktur zu gewährleisten.
  • Normen, Standards und Spezifikationen
    Technische Grundlagen, welche eine bestmögliche Interoperabilität von Geodaten und Geodatendienste gewährleisten sollen.

Technisch gesehen folgt die Geodateninfrastuktur der Philosophie einer serviceorientierten Architektur (SOA). Demnach werden verschiedene Funktionalitäten von einzelnen Diensten (Web Services) übernommen und über ein Netzwerk verfügbar gemacht. Eine GDI folgt in dieser Hinsicht insbesondere dem Publish-Find-Bind-Paradigma: Datenanbieter (Service Provider) tragen ihre Daten in einem Metadatenkatalog (Broker bzw. Service Registry) ein. Nutzer (User / Requester) können die Daten dann recherchieren und in Anwendungen oder Prozesse integrieren.

Technische Normen und Standards

Eine Geodateninfrastruktur kann nur unter Einhaltung von Normen und Standards reibungslos funktionieren. Sie helfen, den Datenaustausch und den Datenzugang zu optimieren und ermöglichen gleichzeitig eine Unabhängigkeit von Herstellervorgaben. Zu den maßgeblichen Standardisierungsgremien einer Geodateninfrastruktur zählen:

  • Das Open Geospatial Consortium (OGC) mit der Definition systemübergreifender Standards, z. B. WMS (Web Map Service), WFS (Web Feature Service), WCS (Web Coverage Service) und CSW (Catalogue Service for the Web)
  • Das Technical Committee 211 der International Organization for Standardization (ISO/TC 211) mit der Normenfamilie ISO 191xx für Geoinformationen und Metadaten
  • Das World Wide Web Consortium (W3C) mit z. B. den Standards HTTP, HTML, XML, SOAP

Die GDI-DE berücksichtigt die Vorgaben dieser Standardisierungsgremien und legt deren Verwendung im Architekturkonzept fest. Es dient den Akteuren der GDI-DE als gemeinsame Handlungsgrundlage. Weitere technische Festlegungen, Handlungsempfehlungen und Leitfäden aus Bund und Ländern finden Sie auf den Seiten der GDI-DE.

Zusätzlich wird durch die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) bereitgestellt. Die Dokumentation zur Modellierung der Geoinformationen des amtlichen Vermessungswesens (GeoInfoDok) standardisiert das deutsche Vermessungswesen und berücksichtigt dabei die Anforderungen der verschiedenen Standardisierungsgremien.

Zentrale Komponenten der GDI-BB

  • Geoportal Brandenburg

    Das Land Brandenburg bietet den Nutzern und Anbietern von Geodaten mit dem Geoportal Brandenburg einen zentralen Zugang zu Geodaten der Landesbehörden und kommunalen Stellen. Die Geodaten können einfach und komfortabel gesucht und dargestellt werden. Der Zugriff auf verteilte Geodatenbestände wird somit von einer zentralen Stelle aus möglich.

    Das Geoportal ist zudem auch ein Teil der „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“.

  • Metadaten-Editor (ProMIS)

    Mit dem Metadaten-Editor ProMIS-Online können Datenanbieter ihre Metadaten standardkonform erheben und pflegen. Die erfassten Metadaten werden nach Freigabe durch den Nutzer auf einen OGC- und INSPIRE-konformen Katalogdienst (CSW-GDI-BB) übertragen. Entsprechende Zugangsrechte werden durch die LGB vergeben.

  • Metadaten-Katalog (CSW-GDI-BB)

    Der Metadaten-Katalogdienst der Geodateninfrastruktur Brandenburg (CSW-GDI-BB) dient der Recherche von Metadaten über Geodatensätze und -reihen, Geodatendienste und Geoanwendungen des Landes Brandenburg und stellt sie deutschlandweit nach den Vorgaben der GDI-DE bereit.

  • Kartenviewer-API

    Die Kartenviewer-API ist der digitale Kartenclient der LGB. Der Viewer basiert technisch auf dem Masterportal. Durch eine umfangreiche Weiterentwicklung der LGB, lässt sich der Client einfach in verschiedenste Brandenburger Landesportale integrieren. Der Kartenclient bietet eine Vielzahl an Funktionalitäten, die sich den Anforderungen der jeweiligen Zielplattform anpassen lassen.

  • Search-API

    Die Search-API ist der zentrale Zugang für die Suche nach Geodaten im Land Brandenburg. Die Schnittstelle ist eine Eigenentwicklung der LGB und mit der Kartenviewer-API gekoppelt. Sie bietet u. a. Zugriff auf Daten aus folgenden Bereichen:

    • Adressen
    • Flurstücke
    • Kartenblätter
    • Metadaten
    • Straßendaten

Kurz und knapp

Eine GDI setzt sich sowohl aus technischen- als auch aus rechtlich-organisatorischen Bestandteilen zusammen.

Technische Bestandteile:

  • Geodaten
  • Geodatendienste
  • Metadaten
  • Netzwerke

Der technische Aufbau basiert auf dem Konzept der serviceorientierten Architektur (SOA).

Rechtlich-organisatorische Bestandteile:

  • Einschlägige Rechtsnormen
  • Regelung über Zugang und Nutzung
  • Normen und Standards
  • Koordinierungs- und Überwachungs-
    instrumente

Komponenten der GDI-BB

  • Geoportal Brandenburg
  • ProMIS
  • CSW-GDI-BB
  • Kartenviewer-API
  • Search-API

Dokumente der GDI-BB

Konventionen zur Struktur von Namensräumen
(Version 1.1, 12/2020, PDF)

Technische Implementierungshilfe
(Version 1.0, 12/2020, PDF)

Wartungstage der zentralen Komponenten